Magnetklicker

Magnet Klicker werden damit beworben, dass mit ihnen ein Durchschießen des Klickers problemlos möglich ist. So bewirbt Gabriel seinen Magnetklicker mit Zitat:

Eine Zehn bleibt eine Zehn, auch wenn Sie einmal durch den Klicker schießen sollten. Das kann nur der Gabriel Magnet-Klicker GMK!
Quelle: http://www.gabriel-bogensport.de/Gabriel-Magnet-Klicker-GMK

Diese Behauptung soll hier überprüft werden. Dazu wurde angenommen:

  1. Länge der Klickerstange l=5cm
  2. Dicke d=2mm
  3. Material: Stahl, Dichte ρ= 7,85kg/dm2
  4. Zeit zur Auslenkung des Klickers durch die Pfeilbiegung t= 5ms
  5. Weg, um den der Klicker ausgelenkt wird: 2cm

Die Werte 4.-5. wurden der Studie "Archery Technology" von Dr. James L. Park entnommen. Nach meinem eigenen Modell wäre die Auslenkung mind. 4cm, aber dieses Modell wurde nicht für diese Art der Untersuchung ausgelegt, sondern rein auf den Schwerpunkt der Abstimmung Pfeil-Bogen. Deshalb habe ich die Werte aus der Studie genommen.

Die Stange muß sich um den Drehpunkt innerhalb der angegebenen Zeit drehen. Sie wird auf Grund ihres Massenträgheitmomentes dieser Drehung einen Widerstand entgegensetzen, dieser Widerstand wird während der angegebenen Zeitdauer eine Kraft ausüben.

Mit der Größe dieser Kraft ist es abschätzbar, ob der Einfluss so klein ist, dass ein Durchschießen nur einen geringen Einfluss auf die Trefferlage erwarten läßt.

Die Berechnung ist einfach.

Masse m [kg] der Stange:

Trägheitsmoment Θ [kgm2] der Stange
Das Trägheitsmoment muss um den Endpunkt der Stange ermittelt werden, deshalb kommt der Steineranteil dazu.

Die Auslenkung als Winkel α [1] um den sich die Stange drehen muss

Die Winkelbeschleunigung ε [s-2]

Und zu guter Letzt
Das Moment M [Nm] das die Stange auf den Pfeil ausübt und somit die Kraft F [N], mit der der Pfeil aus seiner ursprünglichen Richtung abgelenkt wird

Werden die anfangs genannten Werte eingesetzt, ergibt sich eine Kraft von 0,7N, die auf den Pfeil seitlich wirkt. Wenn man die Masse des Pfeiles (rund 20-30g) in Betracht zieht, wird diese Kraft mit Sicherheit eine starke Ablenkung des Pfeiles verursachen. Die Behauptung, der Magnetklicker ermöglicht also ein Durchschießen ohne nennenswerte Trefferabweichung ist somit nicht aufrecht zu erhalten. Sie mag andeutungsweise zutreffen, wenn

Aber unter diesen Bedingungen funktioniert ein leichter konventioneller Klicker mit geringer Federstärke (beispielsweise Beiter 0,20) auch.

Eine Möglichkeit, die Bedingungen zu verbessern, wäre die Klickerstange aus Carbon (ρ ca 0,8kg/dm3)zu fertigen. Damit sänke die einwirkende Kraft auf 7cN. Das wäre interessant

Ist es nur nicht mehr wirklich. Vor Jahrzehnten hat der Autor solch einen Klicker gebaut und auf 90m mit Beman Carbonschäften keine Auswirkung auf die Trefferlage festgestellt. Die Ergebnisse auf 90m lagen zwischen 250-280 Ringen und wurden regelmäßig im Training erreicht. Das erst und einzige Turnier, das mit diesem Klicker geschossen wurde, hat der Autor nach der zweiten Passe abgebrochen. So lustig sind 50% grüne Zehner nicht.

Der Klicker ist ganz klar das eindeutige Signal an das Unbewußtsein, zu lösen. Eine andere Aufgabe hat er nicht. Wird dem Bewußtsein in irgendeiner Form die Möglichkeit gegeben in diesen komplexen Regelkreis einzugreifen, wird dies in den meisten Fällen, vor allen Dingen unter Wettkampfstress zu extrem schlechten Ergebnissen führen.

Deshalb habe ich damals diese Idee nicht weiterverfogt.

Abschätzungen

Hier soll die Wirkung des Klickers als Kraftkomponente auf die horizontale Trefflage des Pfeiles gegenüber dem eines exakt mit Klicker durchgeführten Schusses abgeschätzr werden. Diese Abschätzung ist relativ einfach, da nur linear gerechnet wird. Dabei dreht sich der Pfeil während der Drehbeschleunigung durch die Klickermasse um den Nockpunkt der auf der Sehne ja gehalten wird. Daraus ergibt sich ein Ablagewinkel, dier linear auf die Entfernung umgerechnet wird.

Selbst unter günstigsten Voraussetzungen wie

läßt sich die Behauptung des Herstellers nicht verifizieren. Die Abweichung beträgt 0,023m, liegt also 3mm in der 9 und nicht in der Zehn. Bei einer Pfeilmasse von 0,020kg beträgt die Abweichung 0,034m. Bei 50m Schußentfernung hat der 0,030kg-Pfeil bereits eine Abweichung von 0,06m, der 0,02kg-Pfeil eine von 0,09m

Bei dem von mir untersuchten Magnetklicker mit Carbonstange wären unter sonst gleichen Bedingungen (Schussentfernung 50m) beim 0,030kg-Pfeil 0,006m und entsprechend beim 0.020kg_Pfeil 0,009m herausgekommen.

Hier eine grafische Zusammenfassung des Eisendrahtmagnetklickers

Und hier der von mir vor Jahrzehnten erprobte Carbonklicker

Es ist ja banal, weil einfach alle anderen Bedingungen gleich gehalten werden,dass dann 1/10 der einwirkenden Kraft auch nur 1/10 der Auslenkung und damit auch nur 1/10 der Ablage auf der Scheibe entspricht. Aber als visuelle Darstellung ist auch Banalität geeignet.

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